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Aktuelles von der BBG
„Wir lachen viel, das ist die Hauptsache“
Der BBG-Nachbarschaftstreff im Sackringviertel ist schon voller Leben. Schauen Sie vorbei.

Susanna Schied lässt kurz die Rummikub-Zahlenplättchen aus den Augen und schaut zu uns hoch. „Es fällt hier gar nicht auf, dass ich so alt bin – 95 Jahre“, sagt sie. Und erzählt: „Ich bin eigentlich eine Hessin.“ Zehn Jahre ist es nun her, dass sie sich für einen Umzug nach Braunschweig entschied, in die Nähe ihrer Tochter. Seitdem lebt sie im Betreuten Wohnen in der Tuckermannstraße. „Es geht alles gut. Ich koche noch und lese viel.“ Vor allem aber spaziert sie regelmäßig durchs Quartier, zusammen mit Nachbarin Gisela Krause. „Man muss viel arbeiten und unter die Leute gehen, dann wird man auch alt“, kommentiert die 90-Jährige.

So waren die beiden auch sofort interessiert, als sie von der Kaffeerunde im BBG-Nachbarschaftstreff hörten. In der Bürgerstraße 9 stehen nun an jedem Mittwoch von 10:00 bis 12:00 Uhr Kekse, Kaffee und Tee bereit, und es wird locker erzählt, in immer neuen Konstellationen. Susanna Schied und Gisela Krause brachten Rummikub und Mensch ärgere dich nicht mit. Daraus entstand eine Spielgruppe. Monika Horn ist auch fest dabei. „Ich habe geschnuppert, und es hat mir gefallen“, sagt sie. Sie sind sich einig: „Wir lachen viel, das ist die Hauptsache. Wir wollen keine Meisterschaft gewinnen, wir wollen nur Unterhaltung.“ Und die gibt es hier auf jeden Fall, bestätigt Ines Belkner. Gesprächsstoff findet sich immer schnell: etwa über schöne Orte in Braunschweig, die Enkelkinder und wie man im Alter fit bleibt. Wer Spaß am Spielen und Erzählen hat, ist hier herzlich willkommen.

Trommeln und klönen
Am Kaffeetisch nebenan ist auch Sabine Brandes angeregt im Gespräch. Sie hatte uns bei der Eröffnungsfeier erzählt, dass sie gern mal in einer Gruppe trommeln würde. Die gibt es nun – an jedem ersten und dritten Mittwoch im Monat von 15:30 bis 17:00 Uhr (in den Ferien wird pausiert). Musikalischer Leiter ist der liberianische Multi-Instrumentalist Kojo Samuels. Der Afro-Jazz-Musiker wohnt auch im Quartier. „Die Idee entstand bei einer Ausstellung seiner Skulpturen und Bilder“, erzählt Organisatorin Annegret Müller. „Da hatten wir die Idee, begleitend zu trommeln und zu klönen. Einige Besucher wollten gern weitertrommeln.“ Das ist nun im Sackringviertel möglich. Kojo Samuels vermittelt Spieltechniken und Rhythmuswechsel. Das Trommeln wirkt nicht nur entspannend – es trainiert auch die Koordination und das Gedächtnis. Einige Bechertrommeln stehen im Treff. Weitere Trommeln und Klein-Percussion können gern mitgebracht werden.

Lesekreis für Bücherfans
Ulrike Brettschneider derweil kam mit einem Stapel Bücher vorbei. „Bücher gehörten schon immer zu meinem Leben“, erzählt sie. So war sie auch gern in einem privaten Lesekreis dabei: „Wir erzählten in gemütlichem Rahmen über ein Buch, das wir vorher alle gelesen hatten. Wie haben wir es empfunden?“ Dieses Konzept lässt sie nun in der Bürgerstraße wieder aufleben – an jedem ersten und dritten Montag im Monat von 18:00 bis 20:00 Uhr. „Acht Personen sind bereits dabei. Die ersten Treffen waren sehr harmonisch.“ Los ging es mit dem Roman „Der Buchspazierer“. „Vom Genre her ist alles möglich. Ich schaue, dass nicht nur einer redet und nicht immer die gleichen Bücher vorschlagen. Wenn wir mal nur kurz über Bücher sprechen und einer erzählt vom Urlaub, dann ist es auch gut. Mir ist wichtig, dass es schöne Abende werden, bei Keksen und Getränken.“ Anmeldung und weitere Infos unter lesekreis38118@gmx.net.

Spazieren gehen, singen und basteln
Und es gibt noch drei weitere Gelegenheiten, zusammen eine schöne Zeit zu verbringen. Raphael Ohlms, in Ausbildung zum ständigen Diakon, lädt dienstags (18:00 bis 20:00 Uhr) und freitags (13:00 bis 15:30 Uhr) zu geselligen Runden ein – mit Lesen, Basteln, Singen und Gesprächen über Gott und die Welt. Thomas Göbel, der in der Nachbarschaft wohnt, bietet an, zusammen durchs Viertel zu spazieren. Die Teilnahme ist auch mit Rollator möglich. Treffpunkt ist dienstags um 10:00 Uhr am Treff. „Man entdeckt immer wieder Neues. Beim letzten Mal zum Beispiel Rollatorboxen und einen Essigbaum. Das Thema ist nicht, Strecke zurückzulegen. Es geht darum, etwas miteinander zu machen und sich kennen zu lernen“, so der 67-Jährige. Er bietet noch ein zweites Treffen an: „Vorlesen für Erwachsene und Senioren“ – dienstags von 15:00 bis 16:00 Uhr. Heitere Geschichten, auch wenn die Augen nicht mehr so gut mitspielen. Einfach vorbeikommen und in die Storys eintauchen.

So könnte es weitergehen – machen Sie mit!
„Tolle Gruppen haben sich schon gefunden. Alle Angebote sind kostenlos und offen für neue Teilnehmende“, erzählt Quartiersmanager Pavel Simchanka. „Wir suchen nun weitere Ehrenamtliche, die mit eigenen Ideen kommen oder Bestehendes unterstützen. Interessant wären zum Beispiel ein Spielnachmittag, eine queere Gruppe, ein internationaler Treff, ein Männerkreis oder eine Meditationsrunde. Mütter mit Kindern schauen oft im Treff vorbei. Für sie wäre ein Angebot toll. Wir würden uns auch über eine Kochgruppe freuen, die dann zusammen am großen Tisch isst und erzählt. Offen sind wir auch für einmalige Veranstaltungen, etwa für Kreativ-Workshops, Lesungen, Ausstellungen oder Pflanzentausch. Alles beginnt mit einer Idee und der Bereitschaft, sie gemeinsam mit anderen umzusetzen. Unser Ziel ist es, durch Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten eine lebendige Nachbarschaft zu unterstützen.“


INFORMATION
Persönlich im Treff ist Pavel Simchancka am Montag (14:00 bis 16:00 Uhr) und Mittwoch (9:00 bis 11:00 Uhr). E-Mail: quartiersmanagement@baugenossenschaft.de
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