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Aktuelles von der BBG
Medizinische Versorgung in der Schuntersiedlung gesichert
Eindrucksvolle Neugestaltung: Die Hausarztpraxis in der Schuntersiedlung wurde umfassend modernisiert – und um rund 95 m² vergrößert.

Es gab Tage, da legten sie für die Baubesprechung eine Tür auf zwei Hocker – um einen Tisch zu haben. Bei der Neugestaltung der Arztpraxis in der Mergesstraße 16 war öfter mal Improvisation gefragt. Denn die Gemeinschaftspraxis von Andreas Luther (Facharzt für Allgemeinmedizin) und Walter Christian (Facharzt für Innere Medizin) wurde im laufenden Betrieb erweitert und modernisiert. „Ab Oktober haben wir unseren Pavillon aus der Corona-Zeit reaktiviert“, erzählt Andreas Luther. „Der wurde auf dem Hof zum Wartezimmer. Für die Anmeldung und die Behandlung richteten wir zwei Container ein. Das war eine ideale Lösung. Ein Basisbetrieb war möglich, kombiniert mit Hausbesuchen. Wir konnten sogar EKG-Untersuchungen und Ultraschall anbieten. Stauraum gab es allerdings eine Zeitlang gar nicht.“ Kurzum: Es galt, so einige Herausforderungen zu bewältigen. „Wir haben alles gut überstanden, und jetzt sind wir glücklich und zufrieden.“ Die Praxis in der Schuntersiedlung ist nun um rund 95 m² größer. Vier zusätzliche Behandlungszimmer stehen zur Verfügung – und auch optisch und organisatorisch hat die Praxis jetzt eine ganz andere Qualität.

Walter Christian kennt das Gebäude noch als Konsum- Supermarkt. Er wuchs nebenan, im Syltweg, auf. Zur Praxis wurde das Haus dann 1988 durch Dr. Bernhard Piest. 1995 kam Andreas Luther dazu – nach Kliniktätigkeiten in den Fachgebieten Neurologie, Innere Medizin und Chirurgie. Walter Christian ist nun seit dem Frühjahr 2017 dabei. Er war zuvor Oberarzt im HEH und arbeitete breit internistisch, sowohl kardiologisch als auch gastroenterologisch. „Aber das wollte ich nicht bis zur Rente machen. Als ich hörte, dass Dr. Piest den Ruhestand plant, nahm ich Kontakt auf. Die Schuntersiedlung hat Charme. Hier kennt man sich. Ich dachte, wenn ich diese Chance nicht ergreife, fahre ich vielleicht öfter mal an der Praxis vorbei und ärgere mich.“

In den letzten Jahren sprachen die beiden Hausärzte nun indes immer wieder über eine Neugestaltung. „Die Raumsituation war unbefriedigend – recht beengt. Das Patienten-WC war schmal, alles andere als barrierefrei. Unser Wunsch war, dass wir uns räumlich ausweiten“, so Andreas Luther. Die BBG bot schließlich an, die benachbarte Garage abzureißen, die bis dahin als Lager des Bauhofs genutzt worden war. Ein Anbau ermöglichte die Gestaltung eines barrierefreien behindertengerechten Patienten-WCs, die deutliche Vergrößerung des Labors und die Einrichtung eines Pausenraums. Und neben den zusätzlichen Behandlungszimmern stehen nun auch drei kompakte Multifunktionsräume zur Verfügung.

Projektleiterin Melanie Falke zeigt uns Fotos vom Bau: von in den Keller verlagerten Akten, von Holzund Steinbergen und vom Abrissfortschritt durch Bagger und Stemmhammer: „Alles kurz und klein geschlagen, während der Betrieb weiter lief.“

Was hat sich noch getan? Die gesamte Praxis ist mit einem neuen PVC-Belag in Holzoptik ausgestattet. Die Wände sind harmonisch grün gestrichen. In der Nähe des schicken Empfangstresens gibt es jetzt einen Satellitenarbeitsplatz. Hier kann eine Person im Stehen Rezepte ausstellen und Termine vereinbaren. „So ist der Wartebereich entzerrt“, kommentiert Andreas Luther. „Es ist jetzt überall entspannter. Wir können viel freier arbeiten.“

Im Wartezimmer wurde ein Akustiksegel eingebaut. „Bei einer Besprechung im Wartezimmer hatten wir gemerkt, dass es hallt. Der Termin war anstrengend. Die Platten aus Mineralwolle schlucken nun den Schall“, erläutert Melanie Falke. Zudem wurde das Gebäude energetisch modernisiert: durch Fenster mit Dreifachverglasung, eine Fußbodenheizung im Neubau und den Ersatz der Gasheizung durch eine Wärmepumpe.

Und dann gibt es noch ein reizvolles Detail: Oberlicht in zwei Behandlungsräumen. Vom Behandlungsstuhl kann man den Himmel sehen. Wichtige Frage zum Schluss: Nimmt die Praxis eigentlich noch neue Patienten und Patientinnen auf? „Ja, auf jeden Fall“, antwortet Walter Christian. „Jetzt haben wir ja mehr Platz.“ Im August wird die Neugestaltung mit einem Sommerfest gefeiert.