Suchen Termin- und Rückrufservice
Wildblumen und hohes Gras an einem sonnigen Tag, mit Gebäuden und Bäumen im unscharfen Hintergrund.

Artenschutz trifft Wohnungsbau

Auf dem Areal in der Görgesstraße 14 wird seit Februar die eingeschossige Gewerbefläche zurückgebaut. Wir gestalten neuen Wohnraum im Sackringviertel: einen Neubau mit zwei 2-Zimmer- sowie sechs 4-Zimmer-Wohnungen. Der komplette Wohnraum wird öffentlich gefördert. Auf dem Grundstück werden auch tierische Bewohner einen attraktiven Lebensraum haben: Efeu-Seidenbienen. Bei den vorbereitenden Maßnahmen im letzten Jahr haben wir erfahren, dass eine Aggregation der Wildbienen auf der Decke des dortigen Bunkers nistet – auf sandigem Boden. Diesen Lebensraum erhalten wir. Wir bauen drumherum.

Nahaufnahme einer Biene, die Nektar aus den Knospen einer kleinen grünen Blume sammelt, mit einem unscharfen grünen Hintergrund.

Efeu-Seidenbienen sind durch das Naturschutzrecht besonders geschützt. Sie dürfen weder getötet noch vertrieben werden. Die etwa einen Zentimeter großen Bienen nisten in kleinen selbst gegrabenen Erdhaufen – oft zu mehreren dicht nebeneinander. Ihre Brutzellen statten die Erdbrüter mit einem Sekret aus, das Seide ähnelt. Daher ihr Name. Ihre Nachkommen werden ausschließlich mit Pollen des Efeus versorgt. Da der in der Regel spät, von September bis November, blüht, sind die als entspannt und friedlich bekannten Efeu-Seidenbienen erst im Herbst unterwegs. Die Männchen schwirren im September und Oktober zu Suchflügen aus. Wird ein Weibchen ausgemacht, kommt es meist direkt zur Paarung. Nach dem Schlupf zehrt die Larve vom Vorrat und überwintert in diesem Stadium.

Unsere Gewerbefläche in der Görgesstraße war teilunterkellert: mit einem Luftschutzkeller. Dieser Bunker erstreckte sich bis in die Außenanlagen, in Form eines Us. Auf der westlichen Seite des mit Mutterboden und Rasen begrünten Tiefbunkers nisten die Efeu-Seidenbienen – auf der Bunkerdecke. Der Standort ist optimal, da es am benachbarten Friedhof alten Efeubestand gibt. Deshalb bauen wir den Bunker in diesem Bereich nicht zurück. Auch die ortsprägende Tanne im Innenhof bleibt erhalten. Wir integrieren sie in die Außenanlagen.